Mikrofiktion

Undatebar?

Ich mag keine Zahlen. Buchstaben sind mir lieber.

In der Schule strenge ich mich mehr an als die Anderen. Manchmal ist es nicht einfach, mit ihnen mitzuhalten, aber ich gebe mein Bestes.

Lachen tut fast keiner über mich. Die Meisten mögen mich. Aber wenn die anderen sich am Nachmittag treffen, werde ich oft nicht eingeladen. Aber das ist nicht schlimm, denn Mama sagt, auf falsche Freunde können wir gut verzichten. Aber es gibt auch welche aus anderen Klassen, die sagen, ich bin komisch und einer sagte, ich bin ein blöder Downie. Mama sagt, ich soll nicht auf so etwas hören, aber es tut weh, wenn er mich nachmacht.

Mama sagt, ich bin was Besonderes, aber ich fühle mich normal. Es ist nicht einfach in einer Welt zu leben, wo alle anders sind.

Seit Mittwoch haben wir ein neues Mädchen in der Klasse. Sie heißt Ninni und sitzt drei Plätze weiter. Sie war mir sofort aufgefallen. Ninni ist wirklich hübsch. Sie hat lange blonde Haare, eine Stupsnase und wunderschöne Augen. Sie hat eine Brille, genau wie ich. Ich glaube, ich bin in Ninni verliebt.

Am Freitag wollte ich sie fragen, ob sie meine Freundin sein will. So richtig, mit Händchen halten und küssen. Getraut habe ich mich nicht. Vielleicht traue ich mich am Montag. Ich weiß nicht, was sie sagen wird, aber ich freue mich, dass sie in meiner Klasse ist, denn Ninni ist so normal wie ich.

Vielleicht haben wir bald ein Date!?

 

©Februar 2019/Sophie Brandt

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